Winterwärts

Behaglich belächelt Unsäglich die Stille Belauscht das leise Getrappel Schlafloser nach letztem Klee Barfuß scheuert und kratzt Ihr raues grobgewebtes Tuch Und selbst dies kleine Leid Schenkt der Kälte noch Freude Verloren in der Weite des Trümmerfelds

Übergangenheitspuls

Figurativ geflochten Aufgespießt Antennen dekorativ sortiert Verpackt Und alsbald Dem Nachlass überlassen Filigran filetiert Ignoriert

Raster

Bastbesponnene Gitterstäbe Liebgewonnene Geduld Ein Staubkorn fällt durch die Matrix Aeonen bezwungen Bestellt Ansteigende Sorgfalt Oder einfach nur Geplapper Die Bahnhofsuhr tickt dumpf und stetig Im leisen Glanz des Gestirns Gestellt

Madagaskar

Leise atmend, das Kissen in Not Über Abraum und Vogelkot Täuschen Zitronen wiegend hinweg Zerbrochenes Fenster, Scherben im Dreck Alles im Argen, nichts mehr im Lot Die Flinte im Korn, den Leib voll Schrot Da auf der Stirn der dunkle Fleck Kalt längst die Spur hier unters Verdeck Mit Kümmernis in einem schaukelnden Boot Der…

Eine wie Keine

​Du bist die Eine Die einzige Meine Die Eine wie Keine Wie keine Andere ist Du bist wie Keine Einzig die Meine Weil Du die Eine Und keine Andere bist ~~~~~~~~~~~~~~~ für S

Berlin after dark

Wrenched apart by kisses of plague Sweet sheltering memories now blurry and vague Drenched in the shadow of a dark-sided moon All these bitter tears they won’t dry so soon A sudden shot ceases this pityful life Solem steps aking on the edge of a knife Paving their way through the whispering park Nightingale’s whishes, distant chant of a lark ~~~~~~~~~~~~~~~~ to all recent…

Nelumbo

Ein Atemzug von Amethyste Gebete stammelnder Bigotterie Heilung in Deinem Gelüste Sternenregenlotterie Süßestes Seufzen von Honiggold Augenperlen wie Bernstein In Zeitlupe nach oben gerollt Wimpern ertrinken im Widerschein Lippenröte – Sonnenauf- wie -untergang Umschlingt Deine Zunge pulsierenden Gesang Atem stoßweise, Straußenfederfächeln Perlmut schmilzt in Dein leises Lächeln ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~für S

Zuhauf

Segnungen des einen Des unvermittelt kleinen Glücks Im Spätherbst der Welt Bevor der Regen unaufhörlich Fällt und sich vermischt Mit all den bunten Blättern Ihr roter Kuss Lässt die schreiende Stille Jäh erstarren – stumm Lauscht sie den Granaten Sie regnen hernieder Zahllos wie tote Blätter

Kostbar

Süß ist die Wahrheit Über Glocken aus Gold In die ein Schleier fällt Ein Schimmer von Nichts ~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Zucker der Kuss Deiner Augenweide Ein Nebel aus Schön und Gut Verdunstet im Halblicht Scheidender Tage ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Für S

Aleppo

Dunkelheit verlöschender Lichter  Kraftlos aus der Kette gelöst Geduckt huschen sie hastig Spiegeln Ihre Verzweiflung in Leere In  Widerscheins Nichts ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Zu jener Feuerpause  Als ein kühlerer Hauch Sich um ihre Hälse schlingt Die leisen Schreie erstickt Und ihnen das Rückrat bricht