Blickfang

Hauch Deiner Augen Ein fast schmerzhaftes Glück Wimpern aus Seide Niedergeschlagen Will ich nie mehr zurück Du hälst mich fest Mit Deinem Honigblick Brauen weich wie Flügel Ich schwebe auf Samt Verschlinge mich mit zärtlichen Lidern Mit Deinen süßen Lippen von Gold Du bist die Farbe meiner Seele In jedem Pulsschlag Der mir bleibt ~~~~~~~~~~~~~~~…

Durchsichtig

Sonnenumarmung Gleißende Blicke von Stahl Nadelstich um Nadelstich In kleiner Hoffnungs Pergamentene Haut Honigperlen Am Zungengrund Süß wie Fliederduft Im langen samtenen Schal Regenbogenschimmer Von spitzem Mund geborgt Gläsern, glänzende Fantasien Zerplatzen zu tausend Hinterlassen milchige Seen

Engelszunge

Rote Tinte Wie Herzensblut Worte von Silber Zwischen Zeilen aus Gold Schlafe gut Mein blondes Herz Auf geweitete Flügel Zärtlich gebettet  In weichem weißem Flaum ~~~~~~~~~~~~~~~ für S

Kehraus

Mondsüchtig räckelt sich In karminrotem Schein Sommers nächtliche Schönheit Gähnt hinter vorgehalten‘ Schatten Auf leise Lichter gebettet Streut sie ihren einsamen Glanz  In vergessene Straßen der Stadt Späte Schwalben schwirren Suchen noch nach Dämmerung Stille jäh aufgeweckt Wandert rastlos Dunkel sickern Träume  Aus rissigem Mauerwerk Rinnsale in mosigen Fugen Holprigen Kopfsteinpflasters   Wimpern zahllos‘ feuchter Augen…

Erinnerung

Jäh entrückt, verblendet Gedanke blank und spiegelnd Wie Eis bricht und schmilzt er In klarer Sonne gleißendem Gegenlicht Stockend und stolpernd Brennt die erschrockene Zeit Vom Uhrglas gebündelt In nackte Haut ein Wolkentatoo Empor steigt er als Fesselballon Traumblase von bläulichem Schimmer Umlaufen von milchiger Melange In ölig schillernden Farben Wie ein Mond weint sie…

Flüchtig

Noch am Stengel An unscheinbarem Zweige Baumelnd mit all den anderen Tausenden Blättern ringsum Im rauschenden Wind Geheimnisvoll raschelnd Jung war ich, die Adern Mit Leben prall gefüllt So selbstverständlich Wie selbstvergessen sog ich Mit all den Andern um mich Reichlich den süßen Saft Teuer vergossen‘ Elexier Meines Baumes tiefen Schoß‘ Eines Tages spät am…

SMS

Sonne steigt empor Mit süßem warmem Lächeln Und sinkt mir zärtlich in die Sinne Helle Strahlen umfließen mich Wie ein weicher Wasserfall Ringsum den Kuss Deiner Lippen von Samt ~~~~~~~~~~~~~~~~ für S

Mosaik

Mein Glück, es bricht in Scherben Scheppert lärmend um mich nieder In Fetzen mein süßer Himmel Hängt er zerrissen zerschlissen herab Ein Vorhang leisen Regens  Fällt und hüllt mich ein  Meer aus Deinen stillen Tränen All die bunten Bruchstücke Früchte meines achtlos‘ Schlafs Splitter um Splitter sammle ich sie Wie Juwelen, mein Augenstern Und füge…

Margeritengeflüster

Kleine Blume, gar nicht groß Stern aus zarten Farben Stellt der Rosen Schönheit bloß Ihr Duft ist Balsam für manch‘ Narben Kleiner Kelch voll Sonnenglanz Dein Nektar ist ein Kindertraum Betört wie von wiegendem Elfentanz Ein leiser Hauch ihr Schleier Saum

Erlösung

Sonderbar Leicht Weich und dumpf Aufgebauscht wie Watte Eben schüchtern entfaltet‘ Blüte  Zarter Kelch mit warmer Süßer Freude zum Bersten gefüllt So unscheinbar zerbrechlich Und doch Unübersehbar und groß Keimt sie und blüht In gebeugt geknechteter Seele